Samstag, 3. August 2013

Die Liebermann-Villa am Wannsee (Berlin)

Eine Führung durch eine Villa am Wannsee, von der man zu allem Überfluss auch noch praktisch alles von außen sehen kann, wenn man am Zaun steht. Nun gut, ich war verabredet und so marschierten wir hinein, denn der wunderschöne, sonnige Samstag macht eine Haus am See gleich doppelt attraktiv.

Die Führung entpuppte sich als spannende, fast 90minütige  Erzählung über das Leben und die Zeit des Malers Max Liebermann. Auch die Sonderausstellung im Dachgeschoss war spannend bestückt und gut gemacht. Der liebevoll wiedererrichtete Garten ist eine Augenweide, der Kaffee und der Kuchen im villaeigenen Café sehr gut, so dass wir im Anschluß an die Führung noch sicherlich eine Stunde dort auf der Terrasse verbrachten und die vorbeigleitenden Segelschiffe beobachteten. Auch wenn der Eintrittspreis (8 EUR ohne Führung) im Vergleich zu anderen Museen kein Schnäppchen ist, ist die Liebermann-Villa einen Besuch wert. Aber nur eine gute Führung (oder eine schöne Dokumentation) erweckt das Haus zu Leben.


Donnerstag, 16. Mai 2013

Bayer im Martin-Gropius-Bau (Berlin)

"Von Beckmann bis Warhol" heißt die Ausstellung der gesammelten Kunstwerke des Bayer-Konzerns. Beeindruckend, was sich da alles an Preziosen im Laufe der Jahre hinter den Bürotüren des Chemieriesen angesammelt hat. Die Liste der bekannten Namen ist wirklich lang: Max Beckmann, Ernst Ludwig Kirchner, Emil Nolde, Marc Chagall, Joan Miró, Pablo Picasso, David Hockney, Gerhard Richter. 240 der insgesamt 2.000 Stücke umfassenden Werkssammlung werden gezeigt. Die Führung war exzellent, die einzelnen Bilder ebenfalls. Das Konzept - in der Natur der Sache liegend - schwach: Stückwerke ohne roten Faden. Ein bisschen wie das Bode-Museum: ist man drei Schritte weiter, gibt es schon keinen Bezug mehr zu vorher, es fehlt die Möglichkeit, sich auf einen Gedanken, eine Richtung, eine Entwicklung einzustellen, sie mitzugehen. Stattdessen stehen sich zahlreiche Meisterwerke erratisch im Weg. So bleibt nur die Möglichkeit, alles wie eine Show der top-Werbespots anzugehen: anschauen, genießen, vergessen, nächster Spot.

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Russen & Deutsche (Neues Museum)

1000 Jahre Kunst, Geschichte und Kultur. Etwas gekürzt.

Die FR hatte diese Ausstellung ja mächtig auseinandergenommen. Aber viel des Bemängelten machte die gute Führung wieder wett. Worte verbinden Exponate doch immer noch am besten.

Schockierend der Eintrittspreis: 14 EUR (ohne Führung). Das können sich nur Hartz IV-Bezieher und Gutverdiener leisten. Und Tschüss Mittelschicht.

Sonntag, 29. April 2012

Bauhausstühle ohne Beine

Besuch im Bauhaus-Archiv Berlin: Sonderschau nur mit Bauhaus-Stühlen, recht witzig, aber nicht einen eigenen Besuch wert (solange man kein Stuhlfetischist ist). Trotzdem ein schönes, kleines Museum. Wem Dessau zu weit ist: In Berlin gibt es ein Bauhaus-to-go.

Das Gallery-Weekend war dafür allerdings ein Reinfall im Vergleich zu Vorjahr: wenige Orte, wenige Besucher, früh geschlossenen Galerien, schade.

Donnerstag, 12. April 2012

Gerhard Richter Panorama (Neue Nationalgalerie)

Retrospektive zum 80. Geburtstag von Gerhard Richter. Schöne Überraschung: Richters Spektrum ist doch viel breiter, als gedacht. Die Führung (englischer Sprache) ordentlich. Jedenfalls einen Besuch wert, man könnte danach Richterfan werden!

Sonntag, 1. April 2012

Vernissage in Neukölln

Die schönsten Werke findet man an den verstecktesten Orten, dieses mal im Neuköllner Leuchtturm, wo Alexia Carr und Bianca Döring präsentierten. Angereichert um klassische Gesangseinlagen (u.a. Schubert-Lieder, Carmen-Arie) beeindruckten mich insbesondere die Bilder von Alexia Carr - die könnte ich mir allesamt aufhängen. Kaufenswert!

Samstag, 28. Januar 2012

zu kurze "Lange Nacht"

Die Lange Nacht der Museen ist eine tolle Idee. Leider muss man sich doch sehr beschränken und mit Fortschreiten der Uhrzeit wird die große Auswahl nicht hifreicher. Kupferstichkabinett (ohne fachkompetente Führung für den Lainen langweilig), Zuckermuseum (eigentlich sehr interessant, aber didaktisch in den 80er Jahren stehen geblieben und inhaltlich nicht up-to-date: 50cm Regalfläche zum Thema Stevia, mit "Stand 2008"), Anti-Kriegsmuseum (wie der Name schon erraten lässt, eine "Anti-" Museum, wobei eigentlich "Museum" in Anführunsgstriche gehört), Büro des Regierenden Bürgermeisters besichtigt (interessantg, aber Mielkes Stasi-Büro vor drei Wochen war cooler). Um 0:05 noch ins Ephraim-Palais zur Kleist-Sonderausstellung (leider sehr textlastig, wie sollte es bei ihm anders ein), den Film um 0:30 schafften wir wirklich nicht mehr. Der einzige Reiz der Langen Nacht sind die Sondervorträge und zahlreichen Führungen, aber auch da ist nach zwei Stunden meine Aufnahmekapazität erschöpft. In Zukunft doch lieber wieder einzeln in die Museen und Ausstellungen.